Wie viel digitale Unterhaltung brauchen wir? Eine schwierige Frage

Image result for Wie viel digitale Unterhaltung brauchen wir? Eine schwierige FrageWir leben in einer immer schnelleren, aufregenderen aber auch kurzlebigeren Zeit. Die Angst, irgendwo etwas verpassen zu können, treibt viele Menschen mittlerweile in eine Art Abhängigkeit von Social-Media-Portalen und allgemeiner Online-Präsenz. Wer heute nicht mindestens auf Facebook, WhatsApp, Instagram, usw., oder auf mehreren Portalen gleichzeitig vertreten ist, meint allen Ernstes, ihm fehle etwas. Nur was eigentlich? Die Zahlen sprechen für sich: Facebook hat über 2,2 Milliarden User und WhatsApp (Besitzer: Facebook) über 1,4 Milliarden, Youtube 1,9 Milliarden, Instagram eine Milliarde, und das sind nur die größten drei der Welt. Nebenbei bemerkt, die Weltbevölkerung liegt gerade mal bei 7,4 Milliarden Menschen. Qzone, Weibo, Pinterest, Likedin, Reddit, VK, etc., auch die kommen noch alle mit jeweils hunderten von Millionen Usern dazu. Natürlich ist das Smartphone mit all seinen Kommunikationsmöglichkeiten das Unterhaltungsmedium schlechthin in der heutigen Gesellschaft und viele Menschen haben deshalb auch gar keinen Computer mehr. Sie machen einfach alles mobil, über ihr Smartphone. Nur wo ist die Grenze?

Nach aktuellen Angaben werden jede Minute über 400 Stunden Videomaterial auf Youtube geladen, also genau 400*60 = 24.000 mal so viel, wie man überhaupt gucken kann. Amazon, ebay und andere Shopping-Portale platzen aus allen Nähten, nicht vor Überlastung, sondern vor Gewinnen. Nicht umsonst ist aktuell Jeff Bezos (Amazon CEO) der reichste Mann der Welt (Forbes 2018). Ob Online-Shopping, Reisebüros, Job-Börsen, Schule, Studium oder Beruf, alles ist heute online und vermischt sich irgendwie immer mehr zu einer Art Einheitsbrei zwischen Arbeit, Leben, Alltag und Unterhaltung.

Gut so, könnte man meinen, dann ist wenigstens alles irgendwie vereint. Höchste Vorsicht!, sagen die anderen, weil die Grenzen verschwimmen und nicht mehr der Mensch sein Smartphone bedient, sondern das Smartphone immer mehr Kontrolle über sein Leben bekommt. Wahrscheinlich sind derzeit noch beide Aspekte richtig, aber die große Gefahr besteht, dass der Mensch schon sehr bald die Kontrolle über genau diese Grenzen verliert. Nur: Je mehr wir unser Leben der digitalen Unterhaltung anvertrauen, umso weniger Chancen gibt es, diesen Weg zu meiden – eine Gretchen-Frage.

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