Spielesammlungen – früher riesige Kisten, heute in jeder Hand

Vor nicht allzu langer Zeit, also vor dem Internetzeitalter, gab es in jedem deutschen Haushalt eine „Spielesammlung“. Eine echt coole Kiste. In einem großen, meist rechteckigen Karton, schön bunt mit vielen Bildern, befanden sich jeder Menge Brett-, Familien-, bzw. Gesellschaftsspiele. Das fing mit sehr einfachen Spielen wie „Mensch ärgere dich nicht!“ an und endete, bei teuren und umfangreicheren Sammlungen, mit Backgammon und Schach. Dazwischen lagen „MImage result for Brettspieleühle“, „Dame“, „Halma“, „Malefitz“, „Mikado-Stäbchen“, usw. Die Brettspiele waren meist so gestaltet, dass sie doppelseitig bedruckt waren, so dass sie von beiden Seiten gespielt werden konnten. Bekannte Firmen, die diese Spielesammlungen anboten waren „Ravensburger“ und „Schmitt-Spiele“. Parallel dazu gab es in jedem Haushalt noch drei bis fünf anderer Spiele von anderen Herstellern, die daher nicht in den Spielesammlungen zu finden waren. Heute sind Brettspiele meist alle digital.

Ein Klassiker dieser zusätzlichen Spiele war z. B. „Kniffel“ oder auch „Yahtzee“, ein Spiel mit fünf Würfeln, das gern in Familien und kleinen Gruppen gespielt wurde. Der riesige Vorteil dieses Spiels war, dass man eigentlich nur die fünf Würfel brauchte. Den Spielblock oder das -blatt konnte sich jeder Mitspieler schnell selbst aufzeichnen und los ging´s. Diese Extra-Spiele waren immer so etwas wie das besondere Etwas, wenn man woanders zu Besuch war, denn eine Spielesammlung hatte schließlich jeder selbst zu Hause. Eine sehr lange, alte Spielkultur, die ihren Charakter ganz gewaltig geändert hat, denn wer hat heutzutage noch physische Spiele im Haus und nutzt sie vor allem regelmäßig?

Das ist Schnee von gestern, denn die meisten dieser Spiele befinden sich heute als Apps auf jedem Smartphone. Allerdings nur bei denen, die diese Spielkultur noch aus der eigenen Familie kennen. Dafür hat man heute per Smartphone auf jede Art Spiele aus allen Ländern und Kulturen der Welt Zugriff und sie sozusagen an der Hand. Mal Hand aufs Herz, wer kannte z. B. vor 20 Jahren in Europa „Go“ oder „Sudoku“? Ob sie auch oft gespielt werden, sei dahingestellt. Alles hat eben seine Vor- und Nachteile.

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